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Donnerstag, den 21. Mai 2009 um 17:06 Uhr
Kultusgemeinde-Vize Offman will „verbrannte Bücher“ mit Verkauf städtischer Gemälde
erwerben

Einen entlarvenden Auftritt lieferte in der gestrigen Vollversammlung des Münchner Stadtrats der CSU-Stadtrat und stellvertretende Vorsitzende der Münchner israelitischen Kultusgemeinde, Marian Offman. In einem Dringlichkeitsantrag forderte Offman den Ankauf der sogenannten „Bibliothek
der verbrannten Bücher“ aus dem Besitz des Sammlers Georg P. Salzmann mit städtischen Mitteln. Für die Anschaffung der 450.000 Euro teuren Salzmann-Sammlung solle die Stadt München in ihrem Besitz befindliche Gemälde verkaufen („...sollte der Verkauf von Gemälden zur Finanzierung erwogen werden“).

In zwei Wortbeiträgen zur Antragsbegründung drohte Offman SPD-Oberbürgermeister Ude kaum verklausuliert an, er werde bei künftigen geschichtspolitischen Projekten „nicht mehr an Ihrer Seite stehen“, setze sich Ude nicht für den Sammlungsankauf ein. Überdies sei das vielfältige Engagement der Stadt München für die jüdische Gemeinde – Offman erwähnte den Bau der Münchner Synagoge, die Gründung des Jüdischen Museums und das kürzlich beschlossene NSDokumentationszentrum – „wertlos“, wenn die Stadt jetzt nicht auch die Salzmann-Sammlung erwerbe. Dem städtischen Kulturreferenten Küppers attestierte er wegen dessen ablehnender Haltung dem Sammlungserwerb gegenüber, er habe „das Fallbeil“ fallen lassen.

„Befremdet“ über Offmans Wortwahl zeigte sich unter anderem die SPD-Stadträtin und kulturpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, Dr. Ingrid Anker. Ihr Fraktionskollege Gradl wies darauf hin, daß die meisten der in der Salzmann-Sammlung zusammengetragenen Bücher nach 1933 verfolgter Autoren – anders als von Offman behauptet – nach wie vor zu erwerben seien; überhaupt hätten große Bücherbestände die NS-Bücherverbrennung überlebt. Kulturreferent Küppers wiederum hielt Offmans Vorschlag, die 450.000 Euro zum Ankauf der Sammlung durch den Verkauf von Gemälden aus städtischem Besitz zu erwirtschaften, für „bedenklich“.

In der Abstimmung blieb Offmans Antrag, unterstützt nur durch die CSU-Fraktion und die drei Stadträte der „Linken“, ohne Mehrheit. Mit „Nein“ stimmte auch der Stadtrat der Bürgerinitiative Ausländerstopp (BIA), Karl Richter, der sich selbst nicht an der Diskussion beteiligte. Richter: „Mit seinem Auftritt hat sich Offman selbst am meisten geschadet – hier hätte jeder Einwurf nur zu politisch korrekten Solidarisierungseffekten geführt. Herr Offman hat dem Stadtrat heute mit seiner auftrumpfenden Larmoyanz ein reichlich entlarvendes Bild geboten.“

Presseerklärung als PDF-Datei zum Herunterladen

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