Die Kultur der Selbstverwirklichung muß weg, wenn wir eine Zukunft haben wollen
Überlebensdroge GemeinnutzKarl Richter
Die Gesetze des Lebens haben für Gesellschaften die gleiche Gültigkeit wie für das Einzelwesen. Krebs ist nichts anderes als eine krankhafte Zellwucherung auf Kosten des Ganzen. Befallene Zellen „entarten“, indem sie ungehemmt wachsen. Analoges gibt es auf allen Ebenen des menschlichen Zusammenlebens: überwuchernder Individualismus schädigt das Ganze und kann tödlich sein, für das Gemeinwesen ebenso wie für die Umwelt. Es war der große Verhaltensforscher und Nobelpreisträger Konrad Lorenz, dem die strukturelle Gleichartigkeit von Krebswachstum und auswuchernden Trabantenstädten auffiel. Die Lebensgesetze der Schöpfung sind universal.
Es gibt viele Gründe, warum Staaten, Völker, Gesellschaften zugrundegehen können. Äußere Katastrophen machen oft nur noch das Maß voll, nachdem innere Auszehrung und Fäulnis längst die Überlebensinstinkte geschwächt haben. Das Ende des Römischen Reiches bietet das klassisch gewordene Beispiel dafür. Die Völkerwanderung, die das Imperium innerhalb zweier dramatischer Jahrhunderte zur Beute germanischer Stämme machte, vollendete nur, was der innere Verfall über Generationen hinweg vorbereitet hatte. Rom ging unter, weil einheimischer Nachwuchs fehlte, der Kriegsdienst in den Legionen unattraktiv wurde, die Massen verarmten und weil die Elite nicht mehr an Roms Zukunft glaubte.
Zeitsprung. Auch in den europäischen Gesellschaften am Beginn des 21. Jahrhunderts fehlt einheimischer Nachwuchs, die tonangebenden „Eliten“ sind längst keine mehr, entfesselte Reformen, die sich hinter Begriffshülsen wie „Flexibilisierung“ und „Modernisierung“ verstecken, gleichen Raubzügen am Vermögen der Privathaushalte; und überall, von Portugal bis Polen, werden die Armeen verkleinert, werden aus Wehrpflichtarmeen Berufsheere.
Verhaßter Dienst an der Gemeinschaft
Um gleich beim MIlitär zu bleiben: man kann über Nutzen und Nachteil einer Wehrpflichtigenarmee geteilter Meinung sein. Die Experten, die sie so rasch als möglich abschaffen wollen, argumentieren, das technisch anspruchsvolle Gerät moderner Streitkräfte bedürfe professioneller Bedienung, die Wehrpflichtige nicht leisten könnten. Auch darüber läßt sich streiten, ebenso wie über das Argument, kleine, schlagkräftige Berufsarmeen seien billiger.
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Was wir von Rudy Giuliani lernen können, wenn wir überleben wollen: Null Toleranz?!
Karl Richter
Der Wortsinn ist von ernüchternder Deutlichkeit: „tolerare”, lateinisch, heißt „ertragen”. Das klingt wenig enthusiastisch und schon gar nicht nach dem Vollgefühl, das die moralische Überlegenheit handelsüblicher „Toleranter” eigentlich vermitteln müßte. Das Gegenteil ist richtig: wer etwas „toleriert”, tut es widerwillig und hat damit recht. Denn „ertragen” wird etwas, das einem unangenehm, fremd ist und das man gerne bei erstbester Gelegenheit wieder los würde.
Daß „Toleranz”-Edikte historisch immer in Glaubensdingen ausgestellt wurden, verwundert nicht. Denn mehr als der normale Mensch möchte gerade der Gläubige, wenn er es mit seinem Glauben ernst meint, eigentlich am liebsten unter seinesgleichen sein, darin sind sich Juden, Christen und Moslems völlig einig: Gott freut sich am meisten über die Eine, homogene Gemeinde, wer anderen Glaubens ist, stört das Bild, erzürnt Gott. Deshalb waren Toleranzedikte auch nie besonders tragfähig und glichen eher vorübergehenden Waffenstillständen. Die Christen im untergehenden Römischen Reich hielten sich, nachdem Kaiser Konstantin sie 313 im Edikt von Mailand den anderen Kulten rechtlich gleichgestellt hatte, denn auch nicht lange mit dieser Errungenschaft auf, sondern gingen ihrerseits zur Verfolgung Andersgläubiger über, so bald sie fest genug im Sattel saßen. Auch die französischen Protestanten, die Hugenotten, konnten sich auf das „Toleranz”-Edikt von Nantes (1598) nicht viel einbilden. Es wurde nicht einmal ein Jahrhundert später schon wieder aufgehoben, weil Ludwig XIV. an einem rein katholischen Frankreich mehr lag als an der Glaubensfreiheit.
Die totalitäre Versuchung
Man mag einwenden, daß Glaubenskämpfe heute nicht mehr das Thema sind, weil zumindest die westliche Menschheit seit der Aufklärung darüber hinweg sei. Das stimmt aber nicht. Kaum daß die Scheiterhaufen der Inquisition verglommen waren, nahm das angeblich „aufgeklärte” Zeitalter den Faden auf und kultivierte, perfekter als jemals fanatische Priester, seine eigene Tradition des Massenmordes. |
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Die neue Leitideologie und ein gigantisches Sozialexperiment: Der Gender-Irrsinn
Karl Richter
Wir leben in einem Zeitalter, das sich zusehends vom Natürlichen abnabelt. Der postmoderne Großstädter hat immer weniger Kontakt zur Natur, ernährt sich immer künstlicher, und in seinem Denken ersetzen zunehmend „virtuelle“, also nur in der Vorstellung oder im Computer vorhandene Welten die Realität. Wer in dieser Entwicklung eine Folge der allgemeinen Bildungskatastophe sieht, liegt nicht ganz falsch: Blödianen, die außer dem täglichen RTL-Nachmittagsprogramm nichts mehr im Kopf haben, kann man jede Idiotie einreden. Beides zusammen, die fortschreitende Entnatürlichung unserer Lebensverhältnisse und der galoppierende Intelligenzverlust der ehemals zivilisierten „weißen“ Gesellschaften der nördlichen Hemisphäre, ist die ideale Brutstätte des Irrsinns.
Der Marxismus, eines der großen Denkgebäude, die das 19. Jahrhundert hervorbrachte, bot ehedem ein präzises, ja sogar „wissenschaftliches“ Instrumentarium zur Analyse der ökonomischen und gesellschaftlichen Prozesse. Aber: Marx’ treibender Impuls war die Fiktion des Klassenkampfes, die er 1848 im „Kommunistischen Manifest“ umriß, ehe er in den 50er Jahren seine voluminösen theoretischen Werke zu Papier brachte. Alle späteren Revoluzzer und Wortführer der „Emanzipation“ können sich auf Marx berufen, der alle bisherige Geschichte als Wechselspiel der immer gleichen – nämlich antagonistischen - sozialen Frontstellung (fehl)interpretierte: Sklaven gegen Gutsbesitzer, Bauern gegen Feudalherren, Bürger gegen Fürsten. Freud und die Früchte des Trofim D. Lyssenko
Fatale Wirkung entfaltete der Marxismus, als er sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit einer anderen Pseudo-Religion vermengte, dem Freudianismus. |
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Der 44. US-Präsident und seine Hintermänner: Was bringt Obama?
Karl Richter
Wenn US-Soldaten von einem Kriegsschauplatz auf einen anderen verlegt werden, haben sie ein geflügeltes Wort: „Same shit, different smell“ – „dieselbe Sch..., nur ein anderer Geruch.“ Nun also Barack Obama, seit kurzem 44. Präsident der USA. Alain de Benoist hat mit Recht festgestellt, daß der neue Mann im Weißen Haus vermutlich an die 80 Prozent Wählerstimmen erhalten hätte, hätten am 2. November nicht nur die amerikanischen, sondern alle Wahlberechtigten der Welt ihre Stimme abgeben können. Warum nur?
Für die auch hierzulande zu beobachtende Obama-Manie gibt es viele Gründe, und einige davon sind durchaus stichhaltig: die jüdische Lobby. Die Sehnsucht nach ruhigerem politischen Fahrwasser, nach einem „kollegialeren“ Führungsstil im Umgang mit dem Rest der Welt - Obama, die vermeintlich „demokratische“ Alternative zu Hardlinern McCain und Bush.
Das „gute“ Amerika – und das wirkliche Amerika
Der Reflex sitzt tief, auch und gerade in der linksliberal weichgespülten Bundesrepublik: Obama werde, nach dem „bösen“ Bush, wieder das „gute“ Amerika in den Sattel heben, das immerfort angehimmelte Vorbild, das der Welt Elvis Presley, Rockmusik und Woodstock gebracht hat, das Amerika Kennedys und Martin Luther Kings („I have a dream“) – kurz, jenes Amerika, das sich das bundesdeutsche Breitenbewußtsein gerne herbeihalluziniert. Jenes Amerika, das es in Wahrheit nie gegeben hat, und wenn, dann nur als leichtverdauliche Schauseite für gehirnferne Vasallen und transatlantische Umerziehungsopfer. Denn: wo immer sich in Amerika wirklich einmal das „Gute“ zu Wort meldete, wurde es ganz schnell weggeputzt – wie Lincoln, der die Aussöhnung mit dem Süden wollte, und John F. Kennedy. Das wahre Amerika ist nicht gut, ist nicht dialogbereit, ist nicht friedfertig, ist nicht liberal. |
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Die EU, die Lüge und Weihbischof Williamson:
Der Widerspruch wird lauterKarl Richter
Das Straßburger Europaparlament legte der Öffentlichkeit dieser Tage ein bemerkenswertes Dokument vor, den sogenannten „Grundrechtebericht“ der EU („Bericht zur Lage der Grundrechte in der Europäischen Union 2004 – 2008“). Er wurde mit 401 Ja- gegen immerhin 220 Nein-Stimmen und 67 Enthaltungen vom EU-Parlament angenommen und gilt damit als offizielle Verlautbarung der Union.
Der Bericht ist insofern bemerkenswert, als er in insgesamt 176 Punkten auf die vermeintliche Verletzung von „Grundrechten“ durch europäische Behörden, Politiker und Einzelpersonen abstellt und ein Abstellen der vorgeblichen „Diskriminierung“ anmahnt. So wird beispielsweise unter Ziffer 158 von Medien und Behörden gefordert, daß ein Arbeitsbegriff wie „illegale Einwanderer“ künftig tunlichst durch Worthülsen wie „nicht gemeldeter Arbeitnehmer/Einwanderer“ oder „Person ohne gültige Aufenthaltspapiere“ zu ersetzen sei.
Krieg gegen Andersdenkende
Mit sprachkosmetischen Retuschen gibt sich das Europaparlement in seinem Bericht freilich nicht zufrieden. So hält die knappe Zweidrittelmehrheit an EU-Parlamentariern, die den Bericht abgesegnet hat, offenbar jedweden Schutz Europas vor unkontrollierter Zuwanderung grundsätzlich für tadelnswert und „grundrechts“-feindlich. Zu den von etlichen Mitgliedsländern der EU ergriffenen – und in den meisten Fällen ohnehin nur halbherzig umgesetzten – Maßnahmen gegen illegale Zuwanderung heißt es pauschal:
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